Samstag, 24. Januar 2009
 
Kindergarten-Schubhaft am Hernalser Gürtel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Markus Wachter   
Dienstag, 12. Februar 2008

Über Kinder darf keine Schubhaft verhängt werden – theoretisch. Ein Mitarbeiter von Asyl in Not hat beobachtet, wie Kinder serienweise eingesperrt werden.

Mutter und Kinder in Schubhaft

Ich war am Freitag, dem 8.2., um ca. 15 Uhr im Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel, um einen Häftling zu besuchen. Gerade als ich von den Beamten durch die erste Zugangstüre eingelassen wurde, fuhr ein Kleinbus der Polizei ein (man kann das durch zwei Fenster sehen). Durch die zweite Türe wurde ich nicht eingelassen, weil mit dem eingefahrenen Auto Gefangene gebracht wurden.

Ich sah dann, wie eine Frau und vier oder fünf kleine Kinder gebracht wurden. Das älteste der Kinder dürfte so zehn bis zwölf Jahre gewesen sein. Alles ging sehr schnell, sie wurden in großer Eile aus den Räumen geführt, die von außen (also meiner Position) einsehbar sind. Ich vermute aufgrund von Kleidung und Aussehen etc., die Frau kommt so aus der Gegend Tschetschenien, Dagestan, Georgien... Aber genau kann ich das natürlich nicht sagen.

Ich wurde dann eingelassen durch die zweite Türe und wartete dort auf meinen Klienten. Während ich dort wartete, kam ein Polizist offenbar aus der "Aufnahme" herein. Er sagte: "Da geht`s zu in der Aufnahme mit den 13 Kindern da drin". Ich hatte das Gefühl, dass es auch dem Beamten eher unangenehm war, Kinder einsperren zu müssen.

Es wurden also Freitag, 8.2.2008, ca. 15 Uhr eine Frau und vier oder fünf kleine Kinder eingekerkert.

Traurige Grüße
Markus Wachter
Vorstandsmitglied von Asyl in Not

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